Fantasien sind ein wichtiger Bestandteil unserer menschlichen Sexualität und Rollenspiele können sehr hilfreich dabei sein, die eigenen Neigungen und Wünsche und die des Partners besser zu verstehen. Dennoch fällt es vielen Menschen nicht leicht, die Vorlieben, die tief in ihrem Innern schlummern, zu akzeptieren. Mal ist Scham der Grund, ein anderes Mal stellt mangelnde Erfahrung ein Problem dar. Welche Lösungen es da gibt, welche Rollenspiele am meisten verbreitet sind und welchen Stellenwert Tierrollenspiele im BDSM Universum einnehmen, das und vieles mehr zum Thema schauen wir uns mal genauer an.

Ob Pet- oder Ageplay, ob Schülerinnenfantasien oder aufwändige Cosplays mit allen Schikanen. Rollenspiele können für einen extremen Kick im Schlafzimmer sorgen. Und der Grund dafür ist leicht verständlich. Eine neue Rolle anzunehmen, kann Dynamiken im Bett lostreten, von denen die Teilnehmer zuvor keinen Schimmer hatten. Dies stellt mitunter die Beziehung des Paares auf völlig neue Grundlagen, da so Seiten am jeweiligen Gegenüber entdeckt werden, die zuvor unbekannt waren.

Und Rollenspiele bieten da jede Menge Forschugsmaterial. Es kann sich schließlich um eine einmalige Erfahrung handeln, es kann konstant in den Lebensalltag eingebaut oder von Zeit zu Zeit damit gespielt werden. In der Regel sorgt ein Rollenspiel aber zumindest für Abwechslung und nicht selten für viel gesundes Lachen. Eröffnet Dir Dein/e Partner/in, dass er/sie eine Fantasie ausleben möchte, die Dir Unbehagen bereitet, solltest Du bedenken, dass es ein Vertrauensbeweis ist, dass er sich Dir gegenüber mit seinen intimsten Wünschen offenbart. Das ist ein großes Kompliment und setzt eine enorme Menge Verbundenheit voraus und ermöglicht es darüber hinaus, durch die Kraft der Vorstellung Bereiche zu bereisen, die im Alltag unerreicht bleiben.

Wenn Du nicht weißt, wie Du mit Rollenspielen beginnen sollst, dann ist es am besten, genau in sich zu gehen und herauszufinden, welche Phantasien am meisten Deine Begierden wecken und Dich besonders anturnen. Überlege zum Beispiel, welcher Kinocharakter Dich scharf macht und schlüpfe in seine oder ihre Rolle. Ein coole Art, in Rollenspiele hinein zu finden ist die, so zu tun als wäre man einander völlig unbekannt und würde sich zum ersten Mal irgendwo treffen. Klingt vielleicht crazy, hat aber schon unzähligen Paaren dabei geholfen, ihre Beziehung aufzufrischen. Faktisch sind Ideen für Rollenspiele überall um uns herum. Denke einfach nur an Deine Lieblingssendung im Fernsehen, an den Kostümladen um die Ecke oder such in einem Buch nach der passenden Inspiration.

Die beliebtesten Rollenspiele

Wenn Du für Dein Rollenspiel besondere Klamotten brauchst, so findest Du diese sicherlich in einem Second Hand Store in Deiner Nähe. Ebenso sind die tollen Karnevals- und Faschingstage perfekt, wenn es darum geht, sich für Rollenspiele inspirieren zu lassen oder sich zu kostümieren Einfach mit dem Flow gehen und sich treiben lassen, Spontaneität ist das A und O. Wichtig ist, zu bedenken, dass Du jeglichen Druck über Bord werfen musst, der hat bei Rollenspielen nämlich nix zu suchen, es heißt ja schließlich nicht umsonst RollenSPIEL! Mache Dir Gedanken über ein Szenario, lege es dir zurecht und gehe danach vor. Lass der Fantasie freien Lauf und genieße! Rollenspiele machen Spaß und sind für Paare perfekt geeignet, ihre Begierden, Wünsche und Sehnsüchte auszuleben. Es bestehen zudem kaum Grenzen in dem, was man sich ausdenken kann, Rollenspiele bieten da eine große Freiheit. Schauen wir uns mal die einschlägigen Rollenspiele an.

Doktorspiele

Wenn Du auf Kostüme stehst, dann ist genau das das richtige Rollenspiel für Dich. Mit ihren emblematischen Kitteln, Gummihandschuhen und Utensilien wie Stethoskop oder Spritze, machen sich Krankenschwestern seit jeher super als Fetisch Vorstellung. Natürlich lädt ein Termin beim Doktor dazu ein, ganz genau untersucht zu werden. Und was das heißt, kannst Du Dir ja denken…

Polizist und Verbrecher

Eines der beliebtesten Rollenspiele sind die Polizist und Verbrecher Rollenspiel Varianten. Aber hier ist die Frau meistens der „Bulle“. Der Clou dabei ist die Vorstellung, dass die Frau in einer Machtstellung ist. Hinzu kommt die autoritäre Komponente, wenn sie als Polizistin eine Uniform trägt. Eindeutig eines der beliebtesten Rollenspiele. Ach ja, eine ganz wichtige Frage ist hierbei immer: Wo ist der "Polizeiknüppel"?

Unbekannt trifft unbekannt

Dieses Rollenspiel eignet sich besonders dazu, an öffentlichen Plätzen durchgeführt zu werden. Sucht Euch ein Restaurant, eine Bar oder ein Café aus, um Euch dort zu treffen. Ihr wollt einen Ort finden, an dem man Euch nicht kennt und der so frequentiert ist, dass Ihr dort nicht weiter auffallt. Eure Kommunikation wird dort keinen wundern und Ihr könnt komplett incognito agieren. Tut so, als würdet Ihr Euch zum ersten Mal treffen, lasst zu, dass das Gespräch sich natürlich entwickelt und wartet ab, was passiert. Ihr könnt es auch so arrangieren, dass einer von Euch ein bisschen früher erscheint und den anderen erblickt, wenn er auftaucht. Danach kommt ihr einander näher, verlasst den Treffpunkt und macht Euch auf zu einem verabredeten Ort, wo es erst so richtig los geht…

Hure und Freier

Der Gedanke, eine professionelle Sexarbeiterin zu treffen, ist für viele Menschen extrem stimulierend und geradezu fürs prickelnde Kopfkino gemacht. Ein Partner kann sich Ort und Zeit des Treffens überlegen und dort auf die vermeintliche Hure warten. Es kann auch ein Zimmer in einem Hotel gemietet werden. Die Prostituierte selbst kann sich allerlei pikante Details überlegen und die Begegnung ihrerseits packend gestalten, indem sie zum Beispiel Fetisch Utensilien wie Lederklamotten, Lederstiefel, Peitschen oder Handschellen mitbringt. Alles in allem ist es die perfekte Gelegenheit, verborgene Fantasien auszuleben und mal in eine nicht alltägliche Rolle zu schlüpfen. Und wenn es eines gibt, dass Sexarbeiter gemeinsam haben, dann ist es Selbstsicherheit und Gelassenheit beim Sex, etwas, was die Erfahrung im Job mit sich bringt. Als Part, der die Hure spielt, kannst Du Dir das zunutze machen und aus den Vollen schöpfen. Was und wie, das musst Du schon selber herausfinden. Zeige zudem, warum Du Dein Geld wert bist.

Pirat und Gefangener

Klingt zwar komisch, ist aber so. Gerne spielen Paare Szenen aus Piratenfilmen nach, in denen ein wütender Piratenkapitän a la Captain Hook eine Landratte gefangen nimmt und diese dann quält. Nach gelungener Folter lässt der Kapitän den Gefangenen dann zappeln und im Unklaren darüber, ob er den Haien zum Fraß vorgeworfen oder in die Bande aufgenommen wird. Der Gefangene sollte nach Möglichkeit Lumpen und Fetzen tragen, generell sind Piratenkostüme leicht zu finden.

Pornostar

Mal ernsthaft, Porno ist zu so einer lukrativen und Milliarden schweren Industrie geworden, nur weil Leute anderen Leuten dabei zusehen wollen, wie sie Sex haben. Und vielleicht hast Du Dich auch schon mal gefragt, wie Du und Dein/e Partner/in dabei ausseht, wenn Ihr Sex habt. Vielleicht hast Du insgeheim auch herumfantasiert, wie es wohl aussähe, wenn Du und Dein Herzblatt es vor der Kamera krachen lassen würdet. Das kann auch als Möglichkeit genutzt werden, Sex miteinander zu haben und andere kreative Aktivitäten miteinander zu verknüpfen, denen man gemeinsam nachgehen kann, da die Bearbeitung des Filmmaterials auch sehr spannend ist. Hinzu kommt, dass es mit der heutigen digitalen Technik ein Leichtes ist, coole Filmchen zu machen und sie entsprechend zu bearbeiten.

Magd und Diener

Hierzu gehört unbedingt ein geheimes Treffen zwischen zwei Personen, die als unterprivilegierte einen besonderen sexuellen Reiz an sich haben. Werde sie doch von ihren Herren wirtschaftlich ausgebeutet, so kann ihnen die Lust am Sex aber niemand nehmen. So fühlen sie sich frei und trotzen den sozialen Zwängen. Auch hier wird gerne mit Gerten und Peitschen gearbeitet.

Petplay. Tierisch geiler Fun

Tierrollenspiele oder auch Petplay sind eine Art meist sexuell aufgeladener Rollenspiele, bei denen mindestens ein Partner ein Tier darstellt und dessen Verhalten nachahmt. Wie die meisten Rollenspiele enthält es Imitationen und echtes Spielen. Tierrollenspiele können sehr oft im Kontext des BDSM gefunden werden, bei der der dominante Partner den devoten als Tier behandelt und auf ihn das ganze Spektrum einer Herrchen-Tier Beziehung projiziert.

Petplay - eine Spezialität des BDSM

Viele Menschen fühlen einen gewissen tierischen Instinkt in sich und durch tierische Petplays leben sie diese Seiten ihrer Persönlichkeit aus. Besonders im BDSM Bereich, wo es Formen des Petplays gibt, bei denen die Tierrolle rund um die Uhr ausgelebt wird, ist das der Fall. Kurze oder längere Unterbrechungen können stattfinden oder auch nicht. Hierbei handelt es sich dann aber schon um einen eigenen Lifestyle, der über ein auf Sitzungen begrenztes Petplay hinaus geht.

Es gibt aber auch Halbzeit Petplayer, die ein Doppelleben führen und buchstäblich zwei Identitäten haben. Diese werden nur in einem eng gesteckten Rahmen gelebt und zum Vorschein geholt, wenn es die Situation zulässt. Generell sind Petplay Praktiken innerhalb der BDM Szene auf dem Vormarsch, besonders Katzen- und Welpenspiele sind hier beliebt. Dabei wird von den jeweiligen Kätzchen und Hündchen die völlige Hingabe an ein Herrchen geübt, während Letzteres nur absoluten Gehorsam und sogar Liebe von den Tierspielern akzeptiert.

Was den sexuellen Reiz von Petplay ausmacht

In einem erotischen Kontext oder innerhalb einer Beziehung hängt der Umfang der Hingabe an die Tierrolle von den jeweiligen Partnern und ihrer Stimmung ab. Die Praktiken reichen vom simplen Miauen wie eine Katze oder Bellen wie ein Hund über Eselsgeräusche und Viehern bis hin zum 24-Stunden Tiermodus, der aber eher in BDSM- und Schwulenkreisen vorzufinden ist. In der sogenannten Puppy Play Szene leben die devoten Partner quasi wie echte Hunde und haben ein Körbchen, eine Leine und kriechen auf allen Vieren.

Ihr Herrchen ist der dominante Sexualpartner, der Befehle erteilt und dem Puppy zeigt, wo es lang geht. Hier ist das Moment der Unterwürfigkeit aber auch Fürsorge durch den dominanten und als Rüde empfundenen Herrchens zentral. Der Top in dieser BDSM Beziehung kann komplett über seinen Welpen verfügen und auch bestimmen, ob dieser mit anderen Männern Sex hat oder nicht. Nah verwandt damit ist auch das Ponyplay, bei dem das menschliche Pony mitsamt Zügel, Zaumzeug und Geschirr sich verhält wie ein Pferd und auch von Partnern geritten wird.

Die öffentliche Zurschaustellung von Petplay kann erwünscht sein oder abgelehnt werden, das kommt ganz auf die Vorlieben der Teilnehmer an. Hier sind die Übergänge, wie so oft in Sachen Sexualität, fließend. Während für die einen ein harmloses Knuddeln und Beißen des Halses schon an tierische Verhaltensweisen als Rollenspiele erinnert, beginnen diese für andere Menschen erst dann, wenn ein Signal gegeben wurde und die Teilnehmer des Spiels in den Tiermodus wechseln und sich dann entsprechend verhalten.

Die Beweggründe für ein solches Petplay können vielfältig sein, ebenso wie die einzelnen Ausprägungen des Spiels in Bezug auf Aufwand, Dauer und Intensität. Manche Menschen nehmen damit einfach Urlaub von ihrer eigenen Persönlichkeit, ja von ihrer Existenz als Mensch und springen in eine andere Daseinsform hinein, nur um dann wieder, wenn sie genug davon haben, ebenso leicht wieder herauszuspringen. Viele Petplayer lieben auch die besondere Aufmerksamkeit, die ihnen in ihrer Tierrolle geschenkt wird.

Denn es gilt als erwiesen, dass manche Tiere eher Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit bekommen als Menschen. Petplay kann also als Vehikel dienen, um sich die Zeit und Zuneigung zu sichern, die man ansonsten nicht genießen könnte. Oft ist der tiefere Sinn dahinter auch die Suche nach Bestätigung des eigenen Selbst. So wie Haustiere alles dafür tun, um dem Herrchen zu gefallen, so legen sich auch Petplayer in ihrer Tierrolle ins Zeug, ohne aber dabei die Verantwortung für menschliches Handeln übernehmen zu müssen.
Für wiederum andere geht es in erster Linie um die Erfahrung von Unterwerfung und Dominanz, sowie den Austausch und die Abgabe von Kontrolle.

Auch ist hier oft der Wunsch vorhanden, eine Art Verwandlung durchzumachen, wobei meist ein starker Hang zur Selbstdarstellung gegeben ist. Hierbei vollziehen sich die Petplay Aktionen entweder in den heimischen vier Wänden oder in aller Öffentlichkeit, gerne auch auf szenetypischen Conventions, bei der eine größere Menschenmenge den Darbietungen der Player zuschaut. Diese Szenarien spielen sich typischerweise in einem BDSM Rahmen ab, um aber allen Missverständnissen vorzubeugen sei gesagt, dass diese Art der Vorliebe nichts mit Zoophilie, also dem Wunsch nach Sex mit Tieren zu tun hat.

Eine Unterkategorie des Petplay sei noch die sogenannte Autozoophilia genannt, bei der sexuelle Erregung dadurch entsteht, dass man sich vorstellt, selbst ein Tier zu sein. Dies wird jedoch von nicht wenigen Sexualtherapeuten als sexuelle Störung eingestuft, in deren Kern eine deviante Objektbeziehung liegt. Jedes Petplay kann sich auf einen bestimmten Aspekt des tierischen Charakters beziehen. So geht es beim Puppyplay, wie bereits erwähnt, um das Gebaren als Welpe oder auch als älterer Hund. Zum Ponyplay gehören unter anderem eine entsprechende Dressur und Übungen, die für trainierte Pferde üblich sind. Dazu kann zum Beispiel gehören, das bestimmte Arten zu gehen, zu galoppieren oder zu traben geübt werden.