Bist Du auch in einer Familie aufgewachsen, in der Dein Papa Dich ab und zu aufforderte, auf seinen Rücken zu steigen und darauf hin und her zu laufen? Dabei lag er bäuchlings auf dem Boden und genoss die Massage, die Du ihm beschert hast, während das Ganze für Dich nichts weiter als ein Grund zum Beömmeln war. Aber für ihn war das viel mehr, nämlich eine willkommene Möglichkeit Verspannungen und Rückenschmerzen loszuwerden. Nun, der Trampling Fetisch hat natürlich nur in Hinsicht auf die konkrete Durchführung mit diesem harmlosen Familienritual zu tun. Wir wollten auch nur einen eleganten Einstieg in die Thematik finden und gehen jetzt zum eigentlichen Thema über. Wenn Du verwirrt bist, dann freut uns das und wir beömmeln uns jetzt kurz in der Redaktion darüber…

In Asien sind Trampelmassagen Gang und Gebe und gehören zu einer uralten Tradition, man kann sie zum Beispiel in Thailand und Vietnam problemlos in Massagesalons, Spas und teilweise auch in Hotels bekommen (welche Dienste man in vielen Rotlicht-Etablissements in dieser Weltregion als Mann noch bestellen darf, sei hier mal dahingestellt…).

Beim Trampling liegt der Fokus zwar auf anderen Aspekten, den Wunsch nach einer gewissen Art von Entspannung hat dieser Fetisch jedoch grob mit der Fußmassage a la Indochina gemeinsam. Beim Trampling geht es eindeutig um die Wechselwirkung zwischen Dominanz und Unterwerfung. Das oben genannte Kind trampelt auf dem Rücken des Vaters Szenario hat, wir betonen es nochmals, keinerlei sexuelle Konnotationen. Wie aber sieht nun so eine Fetischtrampling Sitzung im Detail aus und was steckt eigentlich dahinter?

Trampling ist einfach das Herumtrampeln einer Frau auf einem Mann. Und beide finden’s geil

So könnte man es kurz und knapp zusammenfassen. Also, eine Dame, die Trample Domina, steigt auf einen unter ihr befindlichen Sklaven, der entweder auf dem Rücken oder auf dem Bauch liegt, auf allen Vieren kniet oder auch seitlich, etwa in stabiler Seitenlage, längs auf dem Boden drapiert ist. Die Domina trampelt dann mit ihren Füßen auf dem Sklaven herum, welcher in der Regel ein devoter Mann, oftmals mit einem Hang zum Fußfetischismus, ist.

Die Domina steigt mit ihrem ganzen Gewicht auf den Körper des Sklaven und tritt beim Trampling auch gerne auf dessen Penis und die Hoden. Für den Sklaven ist es besonders erregend, sowohl das Gewicht seiner Herrin auf seinem Körper, als auch ihre Füße auf seinen Genitalien und anderswo zu spüren.

Hinzu kommt, dass sich ihm quasi aus der Froschperspektive von unten der klassische Sklavenblick bietet. Er ist dabei also nicht nur psychisch seiner Herrin untergeben, sondern er schaut auch ganz konkret aus einer hundetypischen Stellung demutsvoll von unten zur Femdom auf. Des Weiteren empfindet es der Tramplingliebhaber als erregend, seiner Herrin unter den Rock, womöglich auf ihr Unterhöschen, schauen zu können.

Dies verschafft ihm eine gewisse Art der Genugtuung und Befriedigung, da er der Natur der Übung nach in seiner liegenden Position eher der Leidende ist, welcher gequält werden soll, anstatt angenehme Empfindungen zu spüren. Doch gerade der Eindruck respektlos behandelt zu werden verpasst dem Tramplingliebhaber den besonderen Rausch.

Was ist geiler, barfuß oder mit Schuhen?

Eine gute Trampling Domina lässt sich gerne vielerlei beim Quälen ihres lebenden Teppichs einfallen. Sie schiebt unter anderem ihre sexy Füße, Zehen oder die Ferse in den Mund des Sklaven schieben, welcher es wiederum nicht selten genießt, schmutzige Füße schmecken, riechen und spüren zu dürfen.

Für den Trampling Sklaven führen diese Praktiken zu einem Gefühl des Ausgeliefertseins, er muss Schmerzen ertragen und durchlebt auch Erregungszustände, die sich daraus ergeben, dass er auf dem schmutzigen Boden liegt, gedemütigt wird und Gefühle von Scham über sich ergehen lassen muss, was ihm einen besonderen Kick beschert.

Gerne tragen Trampling-Femdoms Schuhe mit hohen Absätzen, wenn sie einen Sklaven traktieren. Die teilweise tiefen Abdrücke hinterlässt sie dann etwa auf der Brust, dem Bauch, den Oberschenkeln und in manchen Fällen sogar im Gesicht des Sklaven. Stiefel oder High Heels sind also oftmals fester Bestandteil der Ausrüstung während einer Tramplingsession. Viele Tramplingfans bevorzugen es jedoch, anderes Schuhwerk wie Turnshuhe sowie Socken oder Nylonstrümpfe, bzw. die nackten Füße ihrer Domina zu spüren.

Verwandt oder auch nicht. Trampling und Fuß-/Schuhfetisch + CBT

Es gibt durchaus jede Menge Tramplingfans, die eine Verbindung ihrer Leidenschaft mit dem Fußfetisch- und Schuhfetisch sowie mit CBT (Cock & Ball Torture) sehen. Es ergeben sich daher oftmals Querverbindungen zwischen den beiden Fetischgruppen und die Grenzen zwischen ihnen sind nicht selten fließend.

Die besonders hartgesottenen Tramplingliebhaber weiten ihre Vorliebe auf die sexuelle, lustvoll-schmerzliche Traktierung des männlichen Penis und des Hodensacks CBT aus. Da es sich bei dieser um eine einvernehmliche sexuelle Spielart des BDSM handelt, gilt sie nicht als Folter im eigentlichen Sinn. Cock and Ball Torture wird in der Regel von weibliche Dominanz ausübenden Personen an einem submissiven Partner ausgeübt.

Es ist eine verbreitete Spielart unter masochistisch/devoten Männern in BDSM-Kreisen, wobei das Spektrum der Praktiken Handlungen kennt, die leichtes von leichtem Unbehagen bis hin zu starken Schmerz verursachenden Praktiken alles beinhaltet. Man kann grob unterscheiden zwischen Ball Torture, bei der die Hoden bzw. der Hodensack des devoten „Bottom“ im Mittelpunkt stehen, und Cock Torture. Bei Letzterer befasst sich der dominante „Top“ vor allem mit dem Penis.

Die Hoden werden gequetscht, leicht geschlagen oder mit der Hand oder Schlagwerkzeugen wie beispielsweise einer Gerte traktiert. Treten, sogenanntes Ball Busting, ist eher den härteren Methoden zuzurechnen. Des Weiteren gibt es das Befestigen von Klammern und/oder Gewichten oder die Anwendung spezieller Gerätschaften wie zum Beispiel des Humblers, in den der Hodensack gespannt wird.

Der Sub kann so nur auf allen vieren kriechen. Ebenfalls häufig kommen folgende Praktiken vor: Zwicken, Kratzen, Kerzenwachs, Brennnesseln, Eiswürfel, durchblutungsfördernde Cremes, der Saft von Chilis. Erotische Elektrostimulation sowie Abbinden und Mumifikation sind auch beliebt.

Auch werden verschiedene Praktiken aus der Klinikerotik und teilweise auch unter Einbeziehung der Harnröhre miteinander kombiniert. Die Gefahr von Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten und allgemeinen Infektionen ist grundsätzlich gegeben. Einige Praktiken bergen zudem Risiken wie Verbrennungen durch die Anwendung von heißem Wachs. Wiederum andere CBT-Praktiken können bleibende Gesundheitsschäden zur Folge haben. Dauererektion, die Desensibilisierung bzw. der Gefühlsverlust der Genitalien sind mögliche Folgen.

Trampling und Squashing spielen in derselben Liga

Trampling ist seiner Natur nach mit dem Fußfetisch verknüpft, das sogenannte Squashing konzentriert sich hingegen im Prinzip auf das Erdrücken eines Partners mit dem Körpergewicht. Vor allem schwergewichtige, dominante Frauen frönen diesem Fetisch zusammen mit ihren üblicherweise durchschnittlich gebauten devoten Subs.

Diese lieben es, wenn eine schwere Dame sich auf sie draufsetzt und sie möglichst ihr ganzes Gewicht spüren können. Diese Praktik wird auch als Queening bezeichnet und ist unter anderem in den USA sehr beliebt, wo es eine Vielzahl von sehr üppigen Frauen gibt.

Auch in unserer Community gibt es durchaus einige Fans des gepflegten Tramplings. Wir haben mit StierLady* zu dem Thema eine kleine Unterhaltung geführt, hier sind ihre Erfahrungen (*StierLady ist auf ihren Wunsch hin anonym geblieben, der echte Name ist der Redaktion bekannt).

Wann bist Du um ersten Mal mit Trampling in Kontakt gekommen?

Ich bin vor ca. 1 Jahr auf Trampling gestoßen.

Wie oder durch wen bist du dazu gekommen, es einmal auszuprobieren?

Da ich von Natur aus dominant veranlagt bin hatte ich kein Problem, als mich ein Kunde angesprochen hatte dies auszuprobieren.

War es komisch für Dich, oder konntest Du den Fetisch gut nachvollziehen?

In den ersten Minuten war es schon komisch für mich, aber ich fand es sehr interessant.

Musstest Du Dich überwinden? Was ging Dir beim ersten Mal durch den Kopf?

Überwinden musste ich mich nicht. Ich fand es schön, dass es für den Kunden angenehm war und er sich wohlfühlte.

Was für Menschen stehen auf Trampling? Beschreibe bitte einen durchschnittlichen Trampling-Fetischisten.

Ich denke, es sind ganz normale Menschen, den man auf den ersten Blick nicht ansieht, das sie so einen Fetisch haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr auf das Äußere achten. Allerdings gibt es unterschiedliche Neigungen. Der eine mag gerne saubere Füße, dem anderen kann es nicht genug riechen.

Wie sieht eine Trampling-Sitzung normalerweise aus, kannst Du sie detailliert beschreiben?

Der Ablauf richtet sich immer nach den Wünschen. Abwechslung ist besonders wichtig. Meistens fängt es soft an mit streicheln, küssen, riechen und massieren und baut sich in der Zeit auf.Der Kunde möchte prinzipiell unter mir stehen, d.h. er erwartet die Dominanz meinerseits. Schuhe spielen dabei eine wichtige Rolle.

Worauf sollte man besonders achten, was ist wichtig, um Verletzungen zu vermeiden?

Ich habe die Erfahrung gemacht, das um so höher die Absätze sein sollen um so schmerzhafter will es der Kunde.Z.Bsp. Ballerinas eher soft High Heels dagegen soll Schmerzen verursachen. Man muss vor einer Sitzung klar und deutlich die Grenzen verhandeln um ungewollte Schmerzen und Verletzungen zu vermeiden.Da spielt der gesunde Menschenverstand eine wichtige Rolle! Ich lehne alles es prinzipiell ab, was mit Blut zu tun hat!Auch wenn es der Kunde wünscht! Ich füge nur so viel Schmerzen zu, wie es medizinisch unbedenklich ist!

Ist es ein häufig auftretender Fetisch oder eher etwas Exotisches?

Ich denke das sich die Zahl der Fußfetischisten im laufe der Jahre zugenommen hat. Es ist schon nichts Exotisches oder Seltenes mehr.

Wem würdest Du Trampling empfehlen und wem würdest Du davon abraten?

Empfehlen würde ich es jedem, der Füße liebt und Dominanz mag. Abraten würde ich es Leuten, die gesundheitlich schwach sind z.B. Herzprobleme.

Hast Du zum Schluss noch Tipps für diejenigen, die Trampling gerne ausprobieren würden?

Ich würde denjenigen die es ausprobieren möchten empfehlen, es langsam anzugehen und sich auf Dauer zu steigern wie es gewünscht ist.

Noch eine Abwandlung des Tramplings: Crushing

Man spricht von Crush-Fetischismus, wenn eine Person Freude und/oder sexuelle Erregung verspürt, wenn sie beim Zertreten von Objekten zusieht. In den meisten Fällen werden Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Kuchen, Früchte oder Chips mit den Füßen zertreten. Seltener werden aber auch unorganische Dinge wie elektrische Geräte oder Ähnliches zerstört.

Diesem harmlosen, am weitaus häufigsten auftretenden, „Soft-Crushing“ steht das sogenannte „Hard-Crushing“ gegenüber, bei dem es weitaus blutiger zugeht. „Hard-Crushing“-Fetischisten stehen nämlich darauf zuzusehen, wie vor ihren Augen kleine Tiere wie beispielsweise Mäuse, Insekten, Schnecken oder andere Wirbellose zertreten werden. In abgewandelten Formen des Crushing, so beim sogenannten Trampling, wird auch der Fetischist selbst Subjekt der Praktik, er lässt also mitunter auf sich selbst oder in Extremfällen auf den Hoden sowie anderen Körperteilen herumtrampeln.

Die Ursprünge des Crush-Fetischismus sind relativ gut erforscht. Man geht davon aus, dass Personen mit dieser Vorliebe irgendwann in ihrer Pubertät ein einschneidendes Erlebnis in Zusammenhang mit Formen der Zerstörung von Objekten oder Tieren hatten. Demnach sollen sich immer wiederkehrende Gedanken an besagte Vorgänge in der Psyche der betroffenen Personen festsetzen und als wiederkehrendes Muster reproduzieren.

Die Vorstellung vom Anblick eines „gecrushten“ Gegenstands oder anderen Objekts wird dann an das sexuelle Lustzentrum gekoppelt. Wird der Fetischist dann tatsächlich Zeuge einer Crushing-Szene, schüttet das Gehirn den Neurotransmitter Phenetylamin aus, der eine sexuelle Stimulanz auslöst. In Deutschland wird das „Soft-Crushing“ immer beliebter und ist vom juristischen Standpunkt unbedenklich. Anders sieht es das mit dem „Hard-Crushing“ aus. Videos, in denen Tiere zertreten werden sind hierzulande sowie in Groß Britannien und den USA per Gesetz verboten.